Hallo zusammen,
Da es über die Monate immer mal wieder Nachfragen gab: die Liste sind nur Beispiele. Solange es jetzt keine Nachrichten sind und ihr der Meinung seid, es könnte andere Menschen interessieren, dann stellt es uns anderen Nutzern vor, erzählt was euch daran gefällt und warum ihr es mit uns teilt. Blogpost, Sachbuch, egal. Nur Memes und Nachrichten würde ich ausnehmen, da daraus schon der große Rest des Fediverses besteht.
Was habt ihr in der letzten Woche so an tollen Büchern gelesen, Filme geguckt, Spiele gezockt, Musik entdeckt, Museen oder Veranstaltungen besucht, … ?
Ich habe von Glitch die neuste Folge von The Amazing Digital Circus gesehen und es ist angekündigt worden, dass am 19. Juni das Finale läuft. Diese Episode hat die Geschichte gut voran gebracht und einige Hintergrundinfos erklärt. Mal schauen ob sie das ganze vernünftig abrunden und beenden können. Vom Design her sieht es zwar nach zufälligen Internethumor aus, aber ist eher existenzieller Horror. Es geht um ein Gruppe Menschen die in einem digitalen Zirkus gefangen sind, in denen eine durchgeknallte KI versucht sie durch absurde Abenteuer zu unterhalten, wobei die Abenteuer meist eher psychischen Schaden bei den Menschen verursacht. Und sie nutzen den 3D Artstil erstaunlich effektiv um die Welten zum Leben zu erwecken und die digitale Komponente darzustellen. Ist kostenlos auf YouTube sogar mit deutscher Sprachausgabe zu sehen und hat bisher 9 Episoden.
9 Episoden
Ich zähle nur 8. Hast du Insider-Infos?
Nö, bin nur zu doof zum zählen. Hast Recht, sind 8 und mit dem Finale dann 9.
Diese Woche stand bei mir ganz im Zeichen Thomas Manns.
Anfang der Woche habe ich Tod in Venedig gelesen. Das fand ich nicht wirklich unterhaltsam. Auch wenn hier sehr offensichtlich ein Autor schreibt, der sein Werk versteht und hoch gebildet ist, hat mich die Handlung nicht wirklich abgeholt. Manns opulenter Schreibstil mit langen Sätzen, zusammengeschachtelt aus zig Nebensätzen und anderen Konstruktionen liest sich für mich extrem zäh. Auch seine Tendenz hier permanent Referenzen zum alten Griechenland einzubauen machte das ganze zwar eindrucksvoll und gibt dem dazu gebildeten Leser sicher einiges an Tiefe, für mich war es aber dadurch ziemlich anstrengend ihm auf seinen Gedankengängen zu folgen.
Irgendwas muss mir aber doch gefallen haben an Mann, denn ich wollte es nicht bei diesem ersten, eher unglücklichen Eindruck belassen. Deswegen habe ich danach Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull gelesen. Das hat mich deutlich besser unterhalten und war auch um einiges leichter zu lesen, weil Krull augenscheinlich die Bildung fehlt um ständig die alten Griechen heraufzubeschwören. Er ist zwar in Teilen extrem ausschweifig und verbos, auch hier finden sich Manns ausladende Satzkonstrukte, aber insgesamt sieht man hier, dass der Protagonist zwar versucht eine Aura von Klasse und Bildung zu projizieren, sie aber nicht hat. Das macht den Text menschlicher als bei dem alten Künstler in TiV. Auch merkt man hier mehr von einer Art Klassenbewusstsein, das Felix zwar als positiv empfindet, er stellt sich gerne als „aus feinerem Holz geschnitzt“ dar, aber der Text kritisiert es unterschwellig trotzdem. Leider hat Mann diesen Roman nicht fertig gestellt. Gegen Ende zieht es sich zwar etwas, aber der Handlung hätten 2/3 mehr Teile zu den 3 existierenden sicher gut getan.
In der arte Mediakthek habe ich die Doku-Reihe “Die Hüter des Waldes” entdeckt, die Menschen in unterschiedlichen Teilen der Welt zeigt, die sich in ihrem Land für den Umweltschutz einsetzen. Man erfährt auch vieles über lokale Traditionen, die eng mit der Natur verbunden sind. Es wird aber auch gezeigt, dass der Umweltschutz teilweise für Konflikte sorgt. Die Dokus, die ich bereits gesehen habe, haben mich berührt, die gezeigten Menschen finde ich echt beeindruckend.
Ist zwar was spät aber ich habe in den letzten Wochen sehr viel Zeit mit Slay the Spire 2 was vor kurzem im early access rauskam verbracht. Das Spiel Ist Sehr nah am ersten teil was dazu führt dass es schon jetzt sich mechanisch sehr clean anfühlt. Es ist wieder sehr spaßig und teilweise anspruchsvoll die Neuen Karten und Gegner zu Lernen. Bisher fühlt sich der Spieler im Vergleich zum ersten teil noch etwas stark an, vor allem im für Coop welcher neu für dieses spiel ist. Dieser Coop ist trotzdem rund die Hälfte meiner Spielzeit weil das spiel mit der Gruppe einfach gut funktioniert und eine leichte soziale ebene in den Deckbuilding Spaß mischt.
Wer den ersten teil mag hat sicher viel Spaß mit dem zweiten und für alle die grundsätzlich an Singleplayer und nun Coop Deckbuildern / Kartenspielen Interesse haben ist hier auch sicher viel Spielspaß zu finden.
Ich liebäugel auch gerade damit mir Slay the Spire 2 zu holen. Aber eigentlich habe ich meine Lehren schon gelernt, das ich bei Early Access die Motivation verliere, weil ich zu viel vor dem eigentlichen Release spiele. Mal schauen wann ich nachgebe =)
Ja bei mir war das Thema bei sts nie problematisch hab im ersten teil 800h vor 1.0 und dann noch mal annähernd 2k nach release. Speziell wen du wen hast der Coopen möchte ist jetzt sicher der beste Zeitpunkt um reinzuschauen (wird ja bei release auch sicher nochmal ein paar € teurer).
Weitere 2nd Hand Alben angehört, ua
Rise Against - Appeal To Reason Politisch aktuell wie 2006 als es raus kam, aber ein wenig Hoffnungsvoll. Gesang gefällt mir sehr, Harmonien mit backing vocals toll, Mitgröhl Passagen gibt’s reichlich
Am Freitag habe ich Project Hail Mary im Kino geguckt. Ich war gut unterhalten bei 150 min Film, aber nicht so gut, dass ich ihn nochmal gucken würde. Ich hatte extra keine Trailer geguckt, deswegen alle weiteren Infos hinter dem Spoiler.
Tap for spoiler
Es ist ein Sci-Fi Film, vom selben Autor wie the Martian. Und das merkt man auch ganz gut. Deutsche Schauspielerin Sandra Hüller macht auch einen richtig guten Job.
Zur Physik kann ich im Film nicht viel sagen, aber: WaRuM bAlaNCiErT iHr DiE ZeNtRiEfUgE nIcHt AuS!!
WTF Experiment Aufbau des Todes. Dann ist halt meine Weltraumprobe weg!!!
Aber Ryan Gosling verzeihe ich fast alles und es tut mir leid, dass ich im Kino laut geschnauft habe bei der Zentrifuge. Sorry
Ich schaue gerade auf Netflix The Days, eine Kurzserie über den GAU in Fukushima. Es ist ziemlich unaufgeregt gehalten, aber dennoch spannend. Das typich amerikanische „Ein Mann rettet die Welt, obwohl im alle nur Steine in den Weg legen” fehlt (größtenteils).
Ich habe kürzlich auf Netflix die Kurzserie 1888 geschaut. Sie handelt von einem Trek deutscher und slawischer Einwanderer, die ohne Ahnung, wie man in der Wildnis überlebt, von Texas nach Oregon wandern wollen. Dabei werden sie von einem „Alten Hasen” geführt, der sich immer wieder fragen muss, ob es nicht besser wäre, diese unfähigen Menschen zurückzubringen als sie nacheinander auf dem Trail wegsterben zu lassen.
Sehr interessant. Ich kannte The Oregon Trail bisher nur aus Referenzen durch andere Medien. Es war nett, mal Bilder zu so einer Reise zu haben.
Ich war letztens beim Konzert von The Halo Effect. Mittlerweile eigentlich eine meiner Lieblingsbands. Jedoch haben mir die Leute da das gänzlich vermiest. Von Bier in den Nacken, über “ich muss da aber hin, wo so gar kein Platz mehr is” bis zum hundertsten Mal angerempelt obwohl man schon weit weg von irgendwelchen Massen steht. Hab das Gefühl, dass das echt schlimmer geworden is. Aber egal. Für mich erstmal die Konsequenz, dass weiter vorne nix mehr für mich ist. Egal. Als nächstes steht im Mai Crematory an. Und dann - da freu ich mich besonders drauf - zum Festival “Baden in Blut”. Dort hat sich nun auch Gaerea angekündigt. Deren neues Album “Loss” ist grad raus und definitiv hörenswert. Ick freu mir schon wie Bolle.
Ich war wie angekündigt auf der Ocean Film Tour. Bester Film easy die Ruderer gewesen. Drei Schotten rudern non-stop von Südamerika nach Australien. Brauchen ca. 5 Monate. Schienen sehr sympathisch, war eher humorig, wobei sie vermutlich die Durststrecken einfach nicht gefilmt oder reingeschnitten haben.
Die Familie auf dem Segelboot war mir leider bisschen over the top. Die fahren seit 18 Jahren oder so rum und haben währenddessen 6 Kinder auf dem Boot produziert. War interessant, aber zu weit weg von dem, was wir machen wollen um ernsthaft inspirierend zu sein.
Beim Kitefilm waren die Bilder cool, aber die Dudes (und eine Dudette) waren irgendwie cringe.
Die Fotografin und der Typ mit den Rochen waren vom Storytelling zu amerikanisch. Das waren eigentlich interessante Stories, aber die haben einfach übertrieben. “Die Rochen haben ihn auserwählt”, “Die Welle richtet einen nach den größten Katastrophen wieder auf” - sicher, Diggi.
In other News habe ich mal wieder vor ein Buch zu lesen. Meine Frau hat “Jugend ohne Gott” angefangen und mir die ersten beiden Kapitel vorgelesen, das ist echt cool geschrieben und hat mich direkt abgeholt, werde ich mir auch mal fahren. Wirkt auf den ersten Schmök bisschen wie chilligerer Remarque, und den vergöttere ich ja.
Ansonsten habe ich mir im Sale Flight Simulator 2020 gegönnt. Das letzte Mal Flight Simulator war der 2000er, da bin ich als Kind einfach immer random gottlos gecrasht, weil ich natürlich immer gleich die dicken Brummer fliegen wollte. Jetzt habe ich mich mal bescheiden ans Steuer einer Cessna gewagt. Turns out: bei gutem Wetter ist Fliegen gar nicht so ein Hexenwerk. Also, das Fliegen an sich. Der Funkverkehr ist crazy, da würde ich ja durchdrehen. Zum Glück chillt die simulierte Flugsicherung wenn man sie ignoriert 😅. Erzähl mir nicht, dass ich auf 6000 Fuß soll, wenn ich 10 m über der Elbphi fliegen möchte 😡. Natürlich habe ich gleich gecheckt, was ein Pilotenschein kostet, aber ich habe gerade keine 15.000 € rumliegen, schade. Dagegen wirkt die Investition in ein “richtiges” Sim-Setup lächerlich, aber ich habe ja eh in zwei Wochen keine Lust mehr drauf, dennoch juckt es mich in den Fingern. Leider habe ich noch kein anderes Spiel gesehen, das man damit spielen könnte und mich reizt um die Ausgabe zu rechtfertigen 😭.
Als Kind nur auf dem Boot aufzuwachsen stelle ich mir aber auch anstrengend vor. Da hat man ja nur die Familie die ganze Zeit um sich und keine dauerhaften Freunde oder Sozialkontakte. Weiß nicht ob das für die Sozialisierung günstig ist.
Und Jugend ohne Gott habe ich mir mal die Zusammenfassung auf Wikipedia durchgelesen, bin gespannt auf deine Meinung wenn du es gelesen hast.
Da hat man ja nur die Familie die ganze Zeit um sich und keine dauerhaften Freunde oder Sozialkontakte.
Ich beschäftige mich seit ein paar Jahren damit, habe jeden Film, jeden Blog, jedes Buch zum Segeln mit Familie aufmerksam studiert. Auf der klassischen Barfußroute funktioniert das wohl ganz gut, weil man da immer dieselben Leute trifft und da auch viel los ist. Da ist der soziale Austausch wohl gegeben, die peer group relativ stabil und für die meisten geht dass dann ja auch “nur” 2-4 Jahre so. Da wiegt dann vielleicht das Erlebte das Verpasste ganz gut auf. Aber bei diesen Schweizern aus dem Film dachte ich mir das auch. Die waren ja erstmal immer super remote in irgendwelchen arktischen Gefilden unterwegs, wo man niemand anderen trifft. Die älteren Kids sind dann auch nach und nach halt auf einem Internat in der Schweiz gelandet. Gut, mag gehen, immerhin muss man sich wahrscheinlich um ausreichende “Bindung” keine Gedanken machen, wenn man 14 Jahre isoliert mit den Eltern auf 20qm gelebt hat…aber ich fand es auch nicht so prall. Das meinte ich mit “over the top”.
bin gespannt auf deine Meinung wenn du es gelesen hast
Ich werde berichten (wenn ich den Thread sehe, hab’ ihn ja beinahe dieses WE verpasst).




