Bei einem Herzstillstand haben Männer eine höhere Chance, wiederbelebt zu werden. Eine Studie aus China untersucht mögliche Gründe dafür.
Der Artikel umfasst das ganze echt gut. Die Ursache hätte wohl auch fast jeder ohne Studie erraten aber will mich da ja nicht beschweren.
Es braucht echt einfach mehr Puppen mit weiblicher Anatomie. Würde in meinen Augen so sehr helfen, weil “hab ich ja schonmal gemacht” ist, selbst wenns nur bei der Puppe war, echt eines der besten Konzepte gegen Hemmnisse.
Überhaupt sollte man nicht immer nur am 08/15-Norm-Adonis geübt werden. Wie tief muss ich drücken, wenn da plötzlich 150kg Lebendgewicht vor mir liegen? Wie finde ich überhaupt den Richtigen Punkt, wenn das Brustbein unter 4 Lagen Big Macs Verstecken spielt und die Brüste auf Viertel vor 12 Zeigen?
Ist Alles scheißegal. Denn Du hast genau diese Wahl:
- nicht drücken -> Auf jeden Fall tot
- drücken -> Überlebt mit viel Glück
Und spätestens wenn die Rippen nachgegeben haben, fühlt sich das eh an, als ob Du auf nen großen Schwamm rummdrückst.
Ist Alles scheißegal
In einer idealen Welt, ja. In einer nicht idealen Welt, in der auch noch Adrenalin, unterdrückte Panik, Blackout, Emotionen und was weiß ich durch das Hirn der hilfsbereiten Menschen kreisen, ist es aber bestimmt sinnvoll, etwas breiter zu üben. Eben damit man im Zweifelsfall nicht so viel nachdenken muss.
Und wie willst Du in dem hier verbreiteten lächerlichen 8-ständigen Erste-Hilfe-Kurs, den die Meisten genau einmal im Leben machen, neben Heftpflaster kleben und rudimentären Grundlagen der Herz-Lungen-Wiederbelebung dann noch umfassendes Training mit drölf verschiedenen “realistischen” Dummies unterbringen?
Die Teile sind eh unrealistisch, da fehlen nämlich in der Regel beide Arme und der ganze Unterleib. Im echten Leben gilt so was durchaus als “Verletzungen, die nicht mit dem Leben vereinbar sind”. Und im Gegensatz zum echten Brustkorb knacken die Dummies bei jeder Kompression. In Echt passiert das maximal die ersten paar Mal.
wie willst Du in dem […] Erste-Hilfe-Kurs […] unterbringen
Keine Ahnung. Wirklich nicht. Zum Glück designe ich keine Erste-Hilfe-Kurse. Vielleicht sollte man aus den 8h mehr machen? Ich muss aber auch gestehen, ich hab sehr unterschiedliche Kurse gehört, beim Führerschein, 2x auf der Arbeit, dann noch mal in einem Verein, und einiges, was ich da so gehört hatte, war unnötig. Auf der anderen Seite, jemand, mit dem ich verwandt bin, hat letztens einen Lehrgang zum Kurse geben gemacht, und es klang schon alles irgendwie sinnvoll aufgebaut.
Einmal war da auch ein Herz-Massage-Dummy für Babies. Das war schon interessant.
da fehlen nämlich in der Regel beide Arme und der ganze Unterleib
Ich glaube, so viel Transferleistung kriegen die Meisten selbst mit Panik noch hin. Schlimmstenfalls macht halt wer Wiederbelebung bei einer armen Socke, die “Verletzungen, die nicht mit dem Leben vereinbar sind” hat.
im Gegensatz zum echten Brustkorb knacken die Dummies bei jeder Kompression
Keine Ahnung, hab noch nie jemand wiederbeleben müssen. Tendenziell würde ich sagen, das Gefühl für “wie viel Kraft muss ich nehmen” ist wichtiger.
Keine Ahnung, hab noch nie jemand wiederbeleben müssen. Tendenziell würde ich sagen, das Gefühl für “wie viel Kraft muss ich nehmen” ist wichtiger.
Das ist ein Problem, denn die benötigte Kraft ändert sich, denn die Rippen geben nach (springen aus dem Knorpel, der sie mit dem Brustbein verbindet raus, oder können sogar brechen). Das wird danach sehr schwammig.
Ich sehe sie sind auch ein connoisseur von Asystolien, VTs, VFs TPs, und PEAs.
Das bin zwar ich nicht und das ganze Fachchinesisch ist mir größtenteils fremd, ich tue aber etwas, wodurch ich (zum Glück nur gelegentlich) auch in die Verlegenheit komme, an einer Reanimation teilzuhaben.
Schön ist das natürlich nicht, aber für die merkwürdigen Hemmungen, die Leute diesbezüglich haben, weil sie denken, das falsch zu machen, hab ich kein Verständnis, denn das Falschste, was man machen kann, ist nun mal, gar nichts zu machen. Und eigentlich hab ich das jeden Erste-Hilfe-Kurs, an dem ich in meinem Leben teilnehmen durfte, so erlebt, dass genau diese Botschaft der zentrale Lerninhalt ist.
Nach “grob richtig”. Brustbein findet man eigentlich immer. unteres Drittel nehmen,da das obere Ende.
Es ist am Ende Schnurzpiepegal ob du da ein wenig daneben liegt. Hauptsache man macht was und ist halbwegs am Brustbein.
Machen. Punkt.
Es ist am Ende Schnurzpiepegal ob du da ein wenig daneben liegt. Hauptsache man macht was und ist halbwegs am Brustbein.
Das heißt nicht, dass Üben nicht helfen würde.
Einfach Erste-Hilfe-Kurs machen. Der dauert ja nur noch 8 Stunden.
Bleibt die Stelle, an der gedrückt wird, nicht dieselbe?
Ja.
🎶Ah, ah, ah, ah, staying alive!🎶
Ich hab’ das damals mit Highway to Hell gelernt.
Aber Another one bites the dust geht auch.
Singe ich das, wenn ich daneben stehe und nichts tue, oder während ich Herzdruckmassage betreibe?
Diese chinesische Studie scheint mir nicht ganz repräsentativ zu sein. Klingt alles sehr nach confirmation bias.
Was stimmt mit den Leuten nicht?
Männern wird häufig genug und auf verschiedenen Arten kommuniziert: “Nicht anfassen.” Ein Zögern in einer Stresssituazion aufgrund erlernter und trainierten Vorsicht ist einfach natürlich. Das gibt sich mit Routine bzw.Übung.
Im Erste Hilfe Kurs zum Führerschein (vor ~10 Jahren) wurde bei mir betont, man solle sich als Mann bei Frauen bevor man beginnt eine weitere Person (im Idealfall eine Frau) dazu holen, die einfach nur beobachten soll. Das solle spätere Anschuldigungen verhindern…
Was? So langsam glaub ich, unsere Gesellschaft hat kollektiv den Verstand verloren.
Bis Du damit fertig bist, ist die reanimationspflichtige Person dank fehlender Sauerstoffversorgung des Gehirns Gemüse.
Einem erwachsenen mündigen Menschen sollte man doch noch zutrauen dürfen, die unterschiedliche Tragweite von anerzogenen Tabus und zur Rettung von Leben unumgänglichen Maßnahmen bewerten zu können, ohne groß darüber nachdenken zu müssen.
Auch die Dringlichkeit einer solchen Situation sollte eigentlich recht eindeutig sein.
Das ist der Unterschied zwischen “Mama hat gesagt das darf man nicht machen tun” und “Wenn Du das nicht jetzt sofort machst, stirbt jemand”.
Einem erwachsenen mündigen Menschen sollte man doch noch zutrauen dürfen, die unterschiedliche Tragweite von anerzogenen Tabus und zur Rettung von Leben…
Ich selbst wurde während einer Reanimation von der Begleitung der Patientin beschimpft, weil ich die Bluse nicht vorsichtig genug aufgeknöpft hatte. Vielen Dank an die helfenden Passanten! In Stresssituationen gibt es oft unreflektierte Reaktionen, diese sollte man Menschen auch zugestehen. Es soll ja Menschen geben die unerwartet das erste Mal Ersthelfer sind und vorher etwas wenig geübt haben.
Wtf. Ich hoffe mal, das war reine Hilflosigkeit und das Gefühl, irgendwas tun zu müssen. Komische Menschen gibt es da draußen.
Warum hat die Begleitung nicht selbst geholfen?
Bei so Kandidaten hilft oft sicheres Auftreten bei völliger Ahnungslosigkeit. Einfach so tun, als ob Du denen was zu sagen hättest. Denn in dem Moment hast Du das, schon alleine, weil Du aktiv was tust, um die Situation besser zu machen.
Warst du schon mal in so einer Situation? Ich leider schon und ehrlich gesagt bist du da völlig in Panik. Du findest eine bewusstlose Person. Oder jemand neben dir kippt um. Bei mir war es halt ein stumpfer Knall und ein Hilferuf aus dem Büro nebendran. In der Situation ist erstmal völlige Panik angesagt. Du bist gerade eigentlich mit irgendwas anderem beschäftigt und musst dann direkt auf Dinge switchen, die du vor über 10 Jahren irgendwann mal beim Führerschein gemacht hast. Schauen, was überhaupt los ist. Was waren nochmal die Symptome eines Herzinfarktes? Unterscheiden die sich von einer Ohnmacht wegen Kreislauf, weil die Person zu wenig gegessen hat? Was ist überhaupt passiert? Wie ging nochmal diese stabile Seitenlage? Überall panische Menschen. Dann Rettungsdienst alarmieren. Zugang des Rettungsdienstes ins Gebäude sicherstellen. Doch mit diesem Herzdruckdingens anfangen. Wie ging das nochmal? In so einer Situation wird keiner die “anerzogenen Tabus bewerten können”.
Dazu kommt dann noch, dass Herzinfarkte hart männlich gebrandet sind. Ja, auch Frauen können welche bekommen, aber das ist wie Brustkrebs bei Männern. Gibt es, aber keiner hat das auf dem Schirm. Frauen haben dann noch andere Symptome im Vorfeld.
Es ist ganz einfach andere lächerlich zu machen ohne sich in die Begebenheiten selbst hinein zu versetzen.
Jeder kanns besser. Solche Kommentare klingen wie die aktiven Sesselfurzer die den Fernseher anschreien weil ein Sportler “dieses eine einfache Ding” nicht machen konnte. “Also den hätte selbst ich gemacht”. Ja klar.
Das Nachdenken ist das Problem. Ja, klar, jetzt hier entspannt am Computer ist das alles klar. Aber in einer Stresssituation, bei der man gerade mal so schafft, nicht panisch rumzulaufen? Menschen machen in Stresssituationen nun mal komische Dinge, das zeigen die vielen haarsträubenden Geschichten von Unfällen usw.
Am Ende: Ne Menge. Und es ist kulturell. China ist sehr konservativ, in den USA ist der Effekt umso ausgeprägter je religiöser.
Und in Saudi Arabien wird der Frau nicht mal ein periheres EKG (für die Laien: An den Extremitäten befestigt) geklebt ohne Zustimmung des Ehemannes, Vaters oder Bruder.
…auch wenn der nicht da ist.
…Und es gibt genug Leute die nein sagen.
Peripher, oder? Nicht periher
Jo. Sorry, war müde.
Aber ich hatte eigentlich gedacht und gehofft, dass das wenigstens hier anders ist.






